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DARE – Spielregeln

Spielablauf

Das Spiel simuliert den Day-Ahead-Strommarkt. Jeden Tag durchlauft ihr zwei Phasen:

  1. Ordering-Phase: Alle Spieler erstellen Kauf- und Verkaufsorders für die 24 Stunden des Folgetages.
  2. Clearing: Die Börse führt alle Orders zusammen und ermittelt den stündlichen Clearingpreis (Merit-Order). Danach wird das Settlement berechnet.

Ein Szenario bestimmt jeden Tag die Marktbedingungen: Wind, Solar, Nachfrage und Gaspreise.

Orders & Orderbuch

Jede Stunde kann mehrere Orders haben – mit verschiedenen Preisen und Mengen. So kannst du eine Nachfragekurve abbilden:

  • "Kaufe 10 MW zu maximal 50 €/MWh"
  • "Kaufe weitere 5 MW zu maximal 30 €/MWh"

Fahrplan → Orderbuch: Im Fahrplan-Tab legst du deine Mengen fest, dann überträgst du sie ins Orderbuch und setzt die Preise.

Standardprodukte: Baseload (24h) und Peakload (8-20 Uhr) können bilateral gehandelt werden – fester Preis, sofort bezahlt.

⚠️ Wash-Trade-Sperre: Du kannst nicht gleichzeitig zum gleichen Preis kaufen und verkaufen.

Merit-Order & Clearing

Die Börse sortiert alle Verkaufs-Orders nach Preis (günstigste zuerst) und alle Kauf-Orders nach Preis (höchste zuerst). Der Clearingpreis ist der Schnittpunkt – der Preis des teuersten Erzeugers, der noch zum Zug kommt.

Uniform Pricing: Alle akzeptierten Orders werden zum gleichen Clearingpreis abgerechnet – auch die günstigen Erzeuger.

Market Maker: In der Angebots-/Nachfragekurve seht ihr gestrichelte Linien am Rand – das ist der Market Maker der Börse. Er springt als Notfallkäufer (@ -50 €/MWh) oder Notfallverkäufer (@ 500 €/MWh) ein, wenn nicht genügend echte Orders vorhanden sind. Wenn der Clearingpreis in der Nähe dieser Grenzen liegt, fehlt es am Markt an Liquidität!

Ausgleichsenergie (AE)

Wenn deine tatsächliche Erzeugung/Last von deiner Handelsposition abweicht, wird Ausgleichsenergie fällig.

AE-Preisbildung: Der AE-Preis basiert auf dem Merit-Order-Preis – also dem Preis, den das nächste verfügbare Kraftwerk am Markt verlangt hätte. Die Börse schaut sich das gesamte AE-Saldo aller Spieler an und ermittelt, bei welchem Preis in der Angebotskurve diese Menge beschafft werden müsste.

  • Short (zu wenig gekauft/erzeugt): AE-Preis = 125% des Merit-Order-Preises
  • Long (zu viel gekauft/erzeugt): AE-Vergütung = nur 75% des Merit-Order-Preises

Beispiel: Wind+Solar decken nur 20 MW, aber 120 MW werden gebraucht. Die fehlenden 100 MW müssten beim Gaskraftwerk (75 €/MWh) oder teurer beschafft werden → AE-Preis = 75 × 125% = 93,75 €/MWh.

Je größer das AE-Saldo am Markt, desto teurer die AE – weil teurere Kraftwerke herangezogen werden müssen!

Erneuerbare Abregelung: Wind/Solar können überschüssige Erzeugung abregeln (kein AE bei Long).

Abregelungskosten: Bei Curtailment fallen 5 €/MW Netzentgelte an – nicht kostenlos!

Die Rollen

🏠🏢 Festpreis-Lieferanten kaufen am Markt und verkaufen zum Festpreis (Haushalt 125 €, Gewerbe 116 €/MWh). Marge = Kundenpreis minus Einkauf. Bei hohen Marktpreisen drohen Verluste!

🏭 Industrielieferant verkauft zum Day-Ahead-Preis + 14 €/MWh Marge (Cap bei 545 €). Hohe Mengen (800 MWh/Tag), aber volles Preisrisiko bei Extremszenarien.

⚡ Tibber (Dynamisch) verdient 18,9 €/MWh Premium-Marge, aber Kunden reagieren stark auf Preise und verschieben Last – hohes Prognoserisiko!

⛏️ Braunkohle hat niedrige Grenzkosten (60 €/MWh) aber strenge Restriktionen: 6h Mindestlaufzeit, 4h Mindestauszeit, 10 MW/h Ramp-Rate, 10.000 € Startkosten. Muss 24h im Voraus geplant werden.

🔥 Gas ist flexibel (0-45 MW jede Stunde), aber teuer (75 €/MWh). Ideal für Spitzenlaststunden.

💨☀️ Erneuerbare haben fast keine Grenzkosten (1-2 €/MWh) aber hohe Unsicherheit (Wind ±40%, Solar ±35%). Wer mehr verkauft als erzeugt wird, zahlt teure AE! Überschuss wird abgeregelt (5 €/MW Kosten).

🔋 Batterie hat 100 MWh Kapazität bei 1C-Rate (100 MW) – kann in einer Stunde komplett laden/entladen. 90% Effizienz = 11% Mindest-Spread. Duck-Curve nutzen!

💧 Pumpspeicher hat 200 MWh bei 50 MW – langsamer aber größer. Gleiche Effizienz (90%). Kann über mehrere Tage Energie speichern.

Tipps & Tricks

  • Info-Tab nutzen: "Meine Rolle" zeigt deine Parameter, "Marktlage" die Szenario-Analyse.
  • Standardprodukte zur Absicherung: Baseload deckt Grundlast ab, reduziert AE-Risiko.
  • Preise realistisch setzen: Zu niedrig = nicht bedient = teure AE. Zu hoch = kein Handel.
  • Lieferanten-Falle: Wer nur zum Kundenpreis (Grenzkosten) kauft, riskiert leer auszugehen! Wenn der Marktpreis darüber liegt, wird die Order nicht bedient – und die fehlende Menge wird als Ausgleichsenergie zum 1,25-fachen Preis abgerechnet. Besser: mit Sicherheitsmarge bieten, auch wenn der Preis über dem Kundenpreis liegt. Ein kleiner Verlust pro MWh ist besser als AE!
  • Szenarien beachten: Dunkelflaute = alles teuer. Viel Wind = günstig. Gaskrise = Grenzkosten steigen!
  • Braunkohle: Startkosten von 10.000 € pro Hochfahren – plane mindestens 6h Betrieb am Stück! Mindestlast über Baseload-SP absichern.
  • Erneuerbare: Konservativ verkaufen (80-90% der Prognose). Abregelung kostet 5 €/MW – besser weniger verkaufen als zu viel.
  • Speicher: Duck-Curve nutzen! Mittags bei PV-Überschuss laden (günstig), abends bei Abendpeak verkaufen (teuer). Mindest-Spread: 11% über Ladepreis.
  • Startkapital: Jeder Spieler startet mit 100.000 €. Risikomanagement ist trotzdem entscheidend – AE-Kosten an Extremtagen können schnell 5-stellig werden!
  • DA+1 Vorschau: Im Szenario-Banner seht ihr das morgige Szenario – nutzt es für Speicher-Planung und Kohle-Fahrplanung!
Fahrplan (24h)
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